Vom Flachs zum Leinen - die Verarbeitung

Im zweiten Teil unserer Blogreihe "Vom Flachs zum Leinen" beleuchten wir den Weg der Verarbeitung von Flachs zu Leinen.

In unserem ersten Blogbeitrag haben wir den Flachs von der Aussaat bis zur Tauröste begleitet. Nach dem Einbringen der Ernte beginnt dann die Verarbeitung zu Langfasern, bei der auch einige nützliche Nebenprodukte anfallen.

Das Riffeln


Nach der Röste am Feld wird die sogenannte Schwad zu Rundballen gepresst.
Diese müssen zu Beginn der Verarbeitung etwas gelockert werden. Danach erfolgt das Riffeln, bei dem die Fruchtkapseln und Samen mit einer Art Kamm entfernt werden. Manchmal wird dieser Schritt auch übersprungen und erst später durchgeführt.

Das Riffeln
Das Schwingen und Hecheln

Das Schwingen und Hecheln


In einem rein mechanischen Bearbeitungsvorgang werden nun die Lang- und Kurzfasern des Flachs getrennt.
Dabei wird zunächst der Holzkern im Stängel der Flachspflanzen durch schwere, ineinandergreifende Zahnwalzen gebrochen. Durch die Röste wurde die Verbindung von Holz- und Bastteil soweit aufgelöst, dass sie nun beim Brechen voneinander abgetrennt werden können. Beim Schwingen werden dann die gebrochenen Holzteilchen ausgesondert.
Früher wurde dies von Hand mithilfe von breiten hölzernen Messern gemacht. Von der weit ausholenden Armbewegung, die dabei notwendig war, leitet sich der Begriff „Schwingen“ ab. Heute wird dieser Prozess maschinell mit modernen Schwingturbinen durchgeführt. Nach dem Schwingen bleiben die Langfasern übrig.
Den letzten Schritt der Flachsbearbeitung bildet das Hecheln, bei dem der Bast gespalten wird.
Danach werden die etwa 60 bis 100 cm langen Faserbündel von Hand sortiert und in Ballen gepresst.
Je nach Farbe, Reinheit, Länge und Gleichmäßigkeit der Fasern wird in Hauptqualität, leicht fehlerhafte Fasern und Minderqualität unterschieden.
Die Langfasern werden möglichst nach ähnlichen Partien gelagert und letztlich an Spinnereien geliefert.
Etwa 14 bis 21 % des Flachstrohs sind Langfasern.

Werg


Ein weiteres Zwischenprodukt der Verarbeitung bildet das Werg. Dabei handelt es sich um kurze grobe Faserstücke in Wirrlage, die bei der Produktion abfallen.
Werg macht etwa 7 bis 15 % des Flachsstrohs aus. Bessere Qualitäten werden im Textilbereich eingesetzt: Sie können als Ausgangsmaterial für die klassische Leinenspinnerei dienen oder eingekürzt und verfeinert in der Stapelfaserspinnerei verarbeitet werden. Mittlere Wergqualitäten werden als Vliesfasern verwendet, beispielsweise bei der Herstellung von Formpressteilen oder als natürliche Dämmstoffe.
Die geringsten Wergqualitäten finden Verwendung bei der Herstellung von hochwertiger Zellulose, wie sie für Spezialpapiere oder Filter notwendig ist.

Werg
Scheben

Scheben


Scheben sind die beim Schwingen ausgesonderten Holzteilchen aus dem Inneren der Flachspflanze.
Sie werden als Grundstoff von Leichtbauplatten, als Zuschlagstoff von Blumenerden und vor allem sehr erfolgreich als Tiereinstreu eingesetzt.

Leinsaat


Der Samen der Flachspflanze wurde immer schon gewonnen, um die Aussaat im Folgejahr garantieren zu können. Leinsaat ist aber auch essbar und es kann Öl daraus gewonnen werden. Leinsamen, der nach der Tauröste gewonnen wird, weist oft Beschädigungen auf und kann meist nur in der Ölmühle Verwendung finden. Für höhere Qualitäten wird der Leinsamen bereits zu Beginn der Feldphase gewonnen.

Leinsaat

Nichts an der Flachspflanze bleibt ungenutzt!

Der Blick auf die Verarbeitung von Flachs zeigt die Besonderheit dieser Faser: Es gibt keine Abfallprodukte, jeder Teil wird genützt und sinnvoll eingesetzt.

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